In Vitro Fertilisation (IVF)

In Vitro Fertilisation (IVF)

Die Künstliche Befruchtung (Befruchtung im Reagenzglas) ist eine spezialisierte Methode zur Behandlung des unerfüllten Kinderwunsches, die mit der Schwangerschaft und Geburt von Louise Brown 1978 in England erstmals erfolgreich war.

In der Zwischenzeit konnten weltweit Millionen von Paaren mit dieser Behandlung ihren Kinderwunsch erfüllen.

Ablauf der Behandlung:

In der sogenannten hormonellen Stimulationsphase sollen die Eierstöcke mit Hormonen soweit angeregt werden, dass gleichzeitig mehrere Eizellen heranreifen. Angestrebt werden etwa 5 – 12 an der Zahl. Wir nennen das eine kontrollierte Überstimulation. Damit können wir die Chance erhöhen, schliesslich befruchtete Eizellen sowie Embryonen zu erhalten.

Die Hormone müssen täglich unter die Haut (= subcutan; z.B. an Bauch oder Oberschenkel) gespritzt werden. Die Dosierung wird individuell bestimmt. Die Reaktion der Eierstöcke wird mittels der Vaginalsonographie kontrolliert.

Die Stimulationsbehandlung dauert in der Regel 10 – 12 Tage und ist beendet, wenn die grössten Eibläschen (Follikel) im mittleren Durchmesser 17 mm überschritten haben. Am Abend des letzten Stimulationstages (der genaue Zeitpunkt wird individuell festgelegt) wird mit einem weiteren Hormon (hCG) die Eizellreifung abgeschlossen. So können ca. 36 Stunden später (am Vormittag des übernächsten Tages) die Eibläschen abgesaugt werden.

Wie Sie richtig gelesen haben, besteht die Stimulationsbehandlung aus etlichen Spritzenbehandlungen; während ca. 2 Wochen müssen täglich Injektionen vorgenommen werden. Was im Moment recht beeindruckend klingt wird nach unserer Erfahrung in der Regel sehr gut toleriert.

In Vitro Fertilisation

In Vitro Fertilisation

Befruchtung der Eizelle
Embryo

Embryo

Der Start ins Leben

Die Punktion der Eibläschen (Follikelpunktion):

Für diesen kurzen Eingriff sind Sie von unserer Praxis im KinderwunschZentrum der Hirslanden Klinik St. Anna angemeldet worden. Sie melden sich zum vereinbarten Zeitpunkt (zwischen 7.00 und 7.30 Uhr) im IVF-Labor und werden dort über die weiteren Schritte informiert. Die Eizell-Entnahme wird durch Frau Dr. Girard in Zusammenarbeit mit dem Team der Narkose durchgeführt. Sie findet in den Räumlichkeiten des KinderwunschZentrums und (falls gewünscht) im Beisein des Partners statt. Der Eingriff dauert 10 – 15 Min., 2 – 3 Stunden später dürfen Sie die Klinik wieder verlassen (auf das Lenken von Motorfahrzeugen müssen Sie an diesem Tag verzichten).

In der anschliessend beginnenden zweitägigen Laborphase werden die gefundenen Eizellen zunächst mit den Samenzellen in Kontakt gebracht. Am nächsten Tag kann die Befruchtungskontrolle vorgenommen werden.

Sind mehr als 2 – 3 Eizellen befruchtet, so werden die überzähligen tiefgefroren (kryokonserviert). Erneut einen Tag später kann nun eingesehen werden, ob sich die befruchteten Eizellen zu Embryonen weiterentwickelt haben.

Beim Embryotransfer, der wiederum durch Frau Dr. Girard in den Räumlichkeiten der Klinik St. Anna durchgeführt wird, werden mit einem feinen Katheter die Embryonen in die Gebärmutterhöhle gegeben. Als hormonelle Nachbehandlung zur Unterstützung der Einnistung ist die tägliche Einlage von Progesteron in die Scheide vorgesehen (Kapseln, Gel).

Ein Schwangerschaftstest im Blut kann 2 Wochen später in der Praxis erfolgen.

ICSI-Verfahren

Das sogenannte ICSI-Verfahren (Intra-Cytoplasmatische Spermien-Injektion), eine Weiterentwicklung der klassischen IVF-Methode, kommt zur Anwendung, wenn die Samenqualität des Mannes sehr eingeschränkt ist oder mit einer tiefen Befruchtungsrate bei der IVF-Methode zu rechnen ist. Bei diesem Verfahren wird unter dem hochauflösenden Mikroskop mit einer ultrafeinen Glaspipette eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert. Damit können auch bei sehr reduzierter Samenqualität Schwangerschaften erreicht werden.

Bei einer eintretenden Schwangerschaft sind die Risiken für Aborte und Schwangerschafts-Beschwerden gleich wie bei einer natürlich eingetretenen Schwangerschaft. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Eileiter-Schwangerschaft kommen.

Zwillings-Schwangerschaften sind, da meist zwei Embryonen transferiert werden, häufiger.

Die körperliche und geistige Entwicklung bei Kindern, die mit Hilfe der Methoden der IVF und ICSI gezeugt wurden, ist gemäss heutigem Wissensstand nicht anders als bei Kindern, die natürlich gezeugt wurden.

Behandlungskosten

Die Behandlungskosten mit IVF oder ICSI werden in der Schweiz leider bis heute von den Krankenkassen nicht übernommen. Da die anfallenden Kosten sehr von der Dauer und der notwendigen hormonellen Stimulation abhängig sind, können wir Ihnen hier nur Richtpreise angeben:

  • IVF-Behandlung: ca. CHF 5’000.–
  • ICSI-Behandlung: zusätzlich ca. CHF 1’000 .– (Mehraufwand im Labor)
  • Die Kosten für einen eventuell durchgeführten Zyklus mit eingefrorenen befruchteten Eizellen sind bedeutend tiefer und belaufen sich auf ca. CHF 1’500.–.
Dr. med. Marina Etienne-Turchi

Dr. med. Marina Etienne-Turchi

Fachärztin FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
Frauenpraxis am See
Alpenstrasse 1
6004 Luzern

Tel.: 041 410 70 66
Fax: 041 410 67 28

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Dr. med. Anne-Catherine Girard Netzer

Dr. med. Anne-Catherine Girard Netzer

Fachärztin FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
Schwerpunkt Reproduktionsmedizin und gynäkologische Endokrinologie
Frauenpraxis am See
Alpenstrasse 1
6004 Luzern

Tel.: 041 410 50 03
Fax: 041 410 67 28

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Dr. med. Stefanie Amann

Dr. med. Stefanie Amann

Fachärztin FMH Gynäkologie und Geburtshilfe
Frauenpraxis am See
Alpenstrasse 1
6004 Luzern

Tel.: 041 410 67 27
Fax: 041 410 67 28

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